Die Anfänge…

In den 50ger Jahren gab es in Oberlahr noch keinen Karnevalsverein, aber es waren immer wieder Interessengemeinschaften, die im Karneval aktiv wurden. Es wurden Sitzungen veranstaltetet, es gab Kostümbälle und Veilchendienstagsumzüge.

Nur der Möhnendonnerstag wurde immer von den Oberlahrer Frauen gemeinsam bei Kaffee und Kuchen und mit karnevalistischen Auftritten gefeiert. Veranstalter waren im Wechsel die Wirte der „Wiedterrasse“ und „Zur Post“ Die Leitung hatte jahrelang die damalige Obermöhn, Magdalene Hohn. An ihre närrischen Vorträge erinnert man sich noch heute gern.

In der 60er Jahren war es still um den Karneval in Oberlahr. Man zog kostümiert durchs Dorf und traf sich abends in den Wirtschaften.
Die Mitglieder des Musikvereins versammelten sich an den Rosenmontagen auf dem Kirchplatz, um nach Köln zu fahren und im dortigen Rosenmontagszug mitzuspielen. Ihre Kostüme waren in jedem Jahr dem Motto des Zuges angepasst. Dienstags zogen sie durch Oberlahr und sammelten Eier, die abends bei einer Fete im Lindenhof verzehrt wurden.

Die Geburtsstunde…

Im Jahre 1974 beschlossen die Herren Heinrich Bosler, Berthold Büdenbender, Fritz Schmidt, Helmut Becker, Helmut Waldmeier, Arthur Melles, Karl-Josef Pott und Heinz Conrads, den Oberlahrer Karneval wieder in Leben zu rufen.

Um die Wagenbauer zu unterstützen und das Wurfmaterial zu kaufen, ging man von Haus zu Haus und sammelte Geld. Der Erfolg war ein schöner Karnevalszug mit sehr anspruchsvollen Wagen. Dieser Erfolg war Ansporn für die kommenden Jahre.

Am 2. Februar 1975 wurde eine Versammlung einberufen und der Grundstein für den Karnevalsverein gelegt.

Es wurden gewählt:

1.    Vorsitzender – Heinz Conrads
2.    Vorsitzender/Schriftführer – Heinrich Bosler
3.    Vorsitzender/Kassierer – Arthur Melles

Der Verein hatte 11 Mitglieder.
Am 24. Januar 1976 wurde in einer Versammlung der Vorstand erweitert um

Berthold Büdenbender

und

Fritz Schmidt.



Die Veranstaltungen…


Dieser Vorstand beschloss am 10. Februar 1976, eine Karnevalssitzung im Hotel „Wiedterrasse“ durchzuführen. Da man über wenige Mittel verfügte, kam der damalige Wirt dem Verein sehr entgegen, so dass es kein Risiko war die Veranstaltung durchzuführen. . Der Eintritt betrug damals DM 2,50.

Von dieser Zeit an ging es bergauf mit dem Oberlahrer Karneval. Der Saal in der „Wiedterrasse“ war bald zu klein und man siedelte über in den größeren Saal „ Zur Post“. Alle Vereine, verschiedene Gruppen und einzelne Personen waren mit Begeisterung dabei und boten tolle Auftritte, die oft mit denen in den Metropolen konkurrieren konnten. Im Jahr 1992 stand der Saal „ Zur Post“ für Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung, da der damalige Besitzer die Räumlichkeiten anderweitig vermietet hatte. Kurz entschlossen stellte der Verein auf dem neu gestalteten Kirchplatz ein großes Zelt auf, damit die Prunksitzung und Möhnensitzung stattfinden konnten. Am Morgen des Sitzungstages wurde Heinz Conrads, der Sitzungspräsident, nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingewiesen. Da war guter Rat teuer. Zum Glück erklärte sich Edmund Reingen spontan bereit, die Leitung der Sitzung zu übernehmen. Von da an und bis zum Jahre 2003 war Edmund Reingen Sitzungspräsident der KG Oberlahr. Aufgrund seiner Verdienste ernannte ihn die KG zum Ehrensitzungspräsidenten. Ab 2004 führt Dietmar Motz als Sitzungspräsident durch die Prunksitzung. Das vorgenannte Zelt war nur eine Notlösung. Wie sollte es weitergehen? Man nahm 1992 Verbindung mit der Leitung des Hotels „Westerwald-Treff“ auf und konnte zu vertretbaren Bedingungen die Tennishalle anmieten. Ab dem Jahre 1993 bis 2007 konnten in dieser neuen Heimat Prunksitzung auf sehr hohem Niveau gestaltet werden, die weit über die Oberlahrer Grenzen bekannt wurden. Die Umgestaltung der Tennishalle in eine festlich geschmückte Karnevalsarena bedurfte  jedes Mal viele fleißige Helfer. Im Jahre 2008 musste die KG Oberlahr wieder einen neuen Ort für ihre Veranstaltungen suchen, da die Tennishalle in eine Fußballhalle umgewandelt wurde. Ein Herrichten für den Karneval war damit unmöglich geworden. Nach einigen Überlegungen beschloss der Vorstand ein beheiztes Festzelt im Stadion in Oberlahr aufzubauen, um dort die Veranstaltungen durchzuführen. Dies ist nun bis heute unsere Heimat. Obwohl der Aufwand im Winter ein Zelt aufzubauen sehr groß ist, ist die Stimmung im Zelt unerreicht.

Die Möhnenveranstaltungen wurden seit 1976 von Marianne Reingen als Obermöhn geleitet mit den Frauen des Kegelklubs als Elferrat. Am Morgen des Möhnendonnerstag wurde traditionell das Amt in Flammersfeld gestürmt, ein paar Stunden gefeiert und anschließend gemeinsam zu Mittag gegessen.
Ab 1981 wurde der Möhnenverein ein Bestandteil der Karnevalsgesellschaft. Von der Zeit an, wurden Kaffe, Kuchen, Schnittchen und Getränke vom Verein gestellt und in eigener Regie verkauft, dank der Unterstützung freiwilliger Helferinnen. Aufgrund der Situation im Saal „Zur Post“ wurden die Möhnensitzungen von 1993 bis 1995 ins Bürgerhaus in Flammersfeld verlegt. Im Vorfeld hatte man Angst, ob diese Lösung auch genommen werden würde. Aber jecke Möhnen, lustige Karnevalsfreunde und immer tolle Sitzungsprogramme garantierten auch außerhalb von Oberlahr tolle Stimmung. Ab 1996 konnten die Möhnen wieder ihre Sitzung im Saal der Gaststätte „Zur Traube“ (vormals „Zur Post“) durchführen. Im Jahre 1999 gingen die bisherigen Möhnen in ihren verdienten „Unruhestand“. Als Nachfolge gruppierte sich eine neu besetzte Möhnengruppe um Ursula Steinebach als Obermöhn. Leider  hatte diese Gruppe nur bis zum Jahre 2005 bestand.

Nachdem der Kinderkarneval viele Jahre nicht stattgefunden hatte, wurde im Jahr 1995 von Ursula Steinbach und einigen motivierten Müttern die Kindersitzung wieder ins Leben gerufen. Auch diese Veranstaltung wird seit dem jedes Jahr wieder durchgeführt.

Nachdem die KG viele Jahre einen Kostümball ausgerichtete hatte wurde dieser ab 1996 durch einen karnevalistischen Frühschoppen abgelöst. Diese fanden bis 2006 in der Gaststätte „Zur Post“ später „Zur Traube“ bzw. „Haus Oberlahr“ statt. Jedes Jahr fanden sich dort 30 – 40 Tanzgruppen aus unserer Region ein, die auf der großzügigen Bühne ihr Können unter Beweiß stellten. Man darf sich vorstellen, dass sich in diesen elf Jahren sich ca. 4.000 Tänzer dem Publikum präsentierten.

Den Abschluss in jeder Karnevalssession bieten die Umzüge am Veilchendienstag. So ist es auch in Oberlahr Tradition. Viele Menschen von nah und fern kommen, um für den relativ kleinen Ort, einen sehr imposanten Umzug anzusehen und reichlich Süßigkeiten aufzusammeln. Anschließend ging es in die Säle der Gaststätten „Wiedterrasse“ bzw. „Zur Post, um den Zugabschluss zu feiern.

Die Chronik wurde in Zusammenarbeit von Ingrid Conrads und Dietmar Motz für die Festschrift in der Session 2007 erstellt. Für Ergänzungen, Anregungen und zusätzlichen Informationen sind wir sehr dankbar!